Achat

Achat
Chemismus SiO2
Mineralklasse Oxide/Hydroxide IV/D.01-10 (nach Strunz)
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse 32 (Quarz)
Farbe alle Farben außer Kobaltblau, Magenta, Lila und Pink, stets gestreift
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6,5 – 7
Dichte (g/cm³) 2,6-2,7
Glanz Glasglanz
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch uneben, muschlig
Spaltbarkeit keine
Habitus mikrokristalline, verschiedenfarbig gebänderte Aggregate
häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
1,530-1,540
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
0,004-0,009
Pleochroismus
fehlt
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
chemisches Verhalten löslich in Fluorwasserstoff
ähnliche Minerale
Radioaktivität keine
Magnetismus keiner
besondere Kennzeichen
Bilder


Geschichte


Seinen Namen soll der Achat vom Fluß Achates in Sizilien haben, wo er laut Theophrastos in der Nähe des Ortes Acate gefunden wurde. In Ägypten wurden vor 3.000 Jahren aus Achaten Siegelzylinder, Gemmen, Gefäße und Ringe gefertigt. Zu beginn des 17. Jahrhunderts war die Achatindustrie bereits zu großer Bedeutung herangewachsen, einen weiteren Aufschwung nahm sie ab 1813, als die Farbveränderung durch Brennen entdeckt wurde. 1819 wurde die Kunst des Schwarzfärbens von Rom nach Idar-Oberstein gebracht. Das Färben von Achaten war ine der Hauptursachen des Aufblühens der Achatindustrie, welche nun auch fremdländische Steine, besonders Achate aus Uruguay, verarbeitete. Seit 1834 kam dies Material nach Idar-Oberstein, und ließ die Achatindustrie in nicht gekannter Weise aufblühen. Man fertigte hauptsächlich Kameen und Intarsien, zum Teil von hohem Kunstwert.

Bildung und Fundorte


Achat bildet sich primär unter hydrothermalen Bedingungen bei 100 °C – 200 °C meist in Hohlräumen und Gasblasen vulkanischen Gesteins oder in Gangspalten von Sedimentsgesteinen. Beim langsamen Erstarren und Austrocknen der Kieselsäure lagert sich Quarzschicht für Quarzschicht (rhythmische Kristallisation) ab, dies führt zu den verschiedensten Mustern und Zeichnungen des Achats. Einzelne Schichten können von Chalcedon, Kristallquarz, Jaspis oder Opal durchsetzt sein. Fundorte sind in Australien, Botswana, Brasilien, China, Indien, Madagaskar, Mexiko, Namibia, und Uruguay.

Augenachat: Achat mit konzentrischen Ringen

Bandachat: gleichförmige, schalige Bänderung

Dendriten-Achat: Achat mit Mangan-Dendriten

Sternachat: Ryolith mit Achat-Füllung

Wasserachat: Achat mit Wassereinlagerung

Flammen-Achat: Flammenähnlich gezeichneter Achat

Crazy Lace-Achat: Achat mit bizarrer Zeichnung

Landschafts-Achat: an Landschaftsbilder erinnernder Achat

Röhren-Achat: enthält röhrenartige Einschlüsse im Achat

Schicht-Achat: lagige Bildungen auf Spalten vulkanischer Gesteine

Schlangen-Achat: Achat mit Schlangenhaut-Zeichnung

Trümmer-Achat: Achatbruchstücke, welche durch neue Achatbildung verkittet wurden

Verwendung


Seit der Antike werden Achate für kunstgewerbliche Gegenstände und Schmuck in allen Varitionen verwendet.

 

Fälschung und Imitationen


Achate werden seit langer Zeit gefärbt, schon die Römer beherrschten diese Kunst. In Idar-Oberstein wurde Diese Kunst ab 1920 zur Vollendung entwickelt.

Blaufärben mit Eisen

Braunfärben mit Zuckerlösung oder Kobaltnitrat

Gelbfärben mit Eisenchlorid

Grünfärben mit Eisen oder Nickelnitrat-Lösung

Rotfärben mit Eisenoxid

Schwarzfärben mit Kohlenstoff

Literatur


Weblinks