Charoit

Charoit
Chemismus K(Ca,Na)2[(OH,F)|(Si4O10] · H2O
Mineralklasse Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)
VIII/F.35-50 (nach Strunz)
70.1.2.3 (nach Dana)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse monoklin-prismatisch
Farbe violett (fliederfarben) und weiß gestreift, hellbraun
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5 bis 6
Dichte (g/cm³) 2,54 bis 2,58
Glanz Glasglanz bis matt
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch uneben
Spaltbarkeit gut
Habitus faserige oder massige Aggregate
häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
α=1,550 β=1,553 γ=1,559
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Δ=0,009 ; zweiachsig positiv
Pleochroismus
farblos
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ 28° bis 30°
weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
chemisches Verhalten
ähnliche Minerale
Radioaktivität kaum messbar
Magnetismus
besondere Kennzeichen
Bilder


Geschichte


Der Charoit ist uns erst seit der Öffnung der Sowjetischen Republiken bekannt. Bei den Mongolen und den sibirischen Völkern wird dieser Stein aufgrund seiner guten schleifbaren Eigenschaften zu dekorativen Ziergegenständen verarbeitet. Als Taschenstein sollte der Charoit besonders vor Infektionen und Seuchen bewahren. An langen kalten Wintertagen wird der Charoit im Tee mitgekocht. Dieses Elixier wird zu besonderen Festtagen innert der Familie greicht und soll die Familienbande Stärken und vor allem Bösen bewahren.

Bildung und Fundorte


Charoit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Silikate, genauer der Ketten- und Bandsilikate. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der allgemeinen, chemischen Zusammensetzung K(Ca,Na)2[(OH,F)|(Si4O10] · H2O. Die Elemente in den runden Klammern sind frei austauschbar, stehen jedoch immer im selben Verhältnis zu den restlichen Elementen der Zusammensetzungsformel. Charoit trägt seinen Namen nach seiner derzeit einzigen Fundstelle am ostsibirischen Fluß Chara. Er ist vor allem in Osteuropa und Rußland schon lange im Handel, wurde jedoch erst im Jahr 1978 als eigenes Mineral identifiziert und anschließend Charoit genannt. Zuvor wurde er als rosavioletter Cummingtonit – Schiefer oder als violetter Canasit betrachtet. Synonyme zu Charoit existieren nicht.

Verwendung


Charoit wird in Rußland kunsthandwerklich verarbeitet. Als Schmuck- und Heilstein erlangte er in den letzten Jahren große Beliebtheit. Allein daraus resultiert sein relativ hoher Preis, nicht aus einer vermeintlichen Seltenheit. Es gibt zwar nur das eine sibirische Vorkommen, dort findet sich Charoit dafür in der Mächtigkeit ganzer Felsen.

Fälschung und Imitationen


Lepidolith Härte 2,5 – 3 wesentlich bessere, ausgezeichnete Spaltbarkeit mit biegsamen elastischen Spaltblättchen (Glimmer!); Sugilith:nur an der fehlenden faserigen Fließstruktur unterscheidbar.

Literatur


Weblinks