Granat

Granat
Chemismus XII3YIII2(SiO4)3
Mineralklasse Silikate, Germanate – Inselsilikate (Nesosilikate)
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse kubisch-hexakisoktaedrisch 4/m 3 2/m
Farbe variabel, häufig rotbraun, gelbgrün, schwarz
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6 bis 7,5
Dichte (g/cm³) 3,5 bis 4,3
Glanz Glas-, Fett-, Harzglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch muschelig, splitterig, spröde
Spaltbarkeit unvollkommen
Habitus gedrungen
häufige Kristallflächen {110}, {211}, {111}, {100}
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus
keiner
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
chemisches Verhalten
ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus ferrimagnetisch
besondere Kennzeichen
Bilder


Geschichte


Der Name kommt von dem lateinischen Wort granum = Korn oder aufgrund seiner roten Farbe, welche an die Blüten und Körner des Granatapfels erinnert. Im Mittelalter wurde der Granat wie auch Rubin und Spinell als Karfunkel bezeichnet und waren meist indischen Ursprungs. Im 19. Jahrhundert wurde der Bömische Granat (Pyrop) weltweit begehrt.
Bildung und Fundorte


Granate entstehen tertiär bei der Bildung metamorpher Gesteine wie Gneis oder Eklogit. Man findet sie auch in magmatischem Gestein und aufgrund ihrer Verwitterungsbeständigkeit ebenso als Mineralseifen in Fluß-Sedimenten. Strukturell gehören Granate zu den Inselsilikaten und kristallisieren im kubischen Kristallsystem. Granat ist (ausgenommen der tetragonale Henritermierit) immer kubisch und bildet sich in zwei Kristallformen aus: als Rhombendodekaeder mit 12 Rautenflächen oder als Ikositetraeder mit 24 drachenförmigen Flächen. Sehr selten kristallisiert er als Oktaeder oder Würfel aus. Beim Sterngranat sind Rutilnadeln paralell zu den Dodekaeder-Kanten eingelagert; es zeigt sich ein vier- oder sechsstrahliger Asterismus.

Almandin: Fe3Al2(SiO4)3 + Cr,K,Mg,Mn,Na,Ti+(SE) Farbe rot bis braunrot, benannt nach Alabanda, einer antiken Edelsteinstadt in Kleinasien. Almandin bildet sich hauptsächlich Glimmerschiefer, Amphibolit, Granulit und Gneis. Fundstellen in Australien, Brasilien, Indien, Nepal, Österreich, Skandinavien, Sri Lanka und Thailand.

Andradit: Ca3Fe2(Sio4)3 + Al,Cr,F,K,Mn,Na,Sn,Ti,V+(SE) Farbe gelbbraun, braun bis schwarz. Benannt nach dem portugiesischen Mineralogen J.B.Andraae Silva und erstmals 1978 in Edelsteinqualität gefunden. Andradit bildet sich in Kalksilikatfels, Marmor und Skarn. Vorkommen in Afghanistan, Australien, Japan, Kanada, Namibia, Rußland, Skandinavien und USA.

Demantoid: Ca3(Fe,Cr)2(SiO4)3 Farbe grün bis smaragdgrün. Demantoid gehört zu den Andraditen, der Name bedeutet der Diamantähnliche. Fundorte in Italien und Rußland.

Melanit: (Ca,Na)3(Fe,Ti)2(SiO4)3 Farbe schwarz, Name vom griech. melas = schwarz. Gehört zu den Andraditen, Vorkommen in den USA.

Regenbogen-Andradit: Ca3Fe2(SiO4)3+Al,Mn Farbe dunkel- bis rotbraun, mehrfarbiger Schiller. Gehört zu den Andraditen und wird in Mexiko gefunden.

Topazolith: Ca3Fe2(SiO4)3 Farbe honiggelb bis gelbbraun, gehört zu den Andraditen. Italien, Fichtelgebirge/BRD, Österreich, Schweiz und den USA.

Grossular: Ca3Al2(SiO4)3+Cr,Fe,Mn,Na,Ni,Sn,V+(SE); Farbe farblos, grau, grün,gelb,braun.Name aus dem lat. grossularia = Stachelbeere nach der Farbe. Bildet sich in Kalksilikatfels, Marmor, Granatfels und Skarn. Vorkommen in den Alpen, Kanada, Russland, Skandinavien und den USA.

Hessonit: Ca3(Al,Fe)2(SiO4)3 Farbe bräunlich gelb bis bräunlich orangerot. Der Name ist vom griechischen hesson = geringer abgeleitet, da nach Ansicht von Haüy (französischer Mineraloge, 1743-1822) dieser Granat geringere Eigenschaften als Zirkon und die anderen Granate besitze. Hessonit gehört zu den Grossularen. Vorkommen in Brasilien, Italien, Madagaskar, Mexiko, Rußland, Sri Lanka, Tansania und den USA.

Tsavorit: Ca3(Al,Cr,V)2(SiO4)3 Farbe grün bis smaragdgrün. Der Tsavorit gehört zu den Grossularen und wurde erst 1974 entdeckt. Vorkommen in Kenia und Tansania.

Chrom-Grossular: Ca3(Al,Cr)2(SiO4)3 Farbe intensiv grün. Er wird in Mali gefunden.

Leukogranat ist eine farblose Grossular-Varietät. Vorkommen in Kanada, Mexiko und Tansania.

Hydro-Grossular ist eine undurchsichtig grüne Varietät. Vorkommen in Birma, Sambia und Südafrika.

Pyrop: Mg3Al2(SiO4)3+Cr,Fe,K,Na,Ni,P,Ti,V+(SE) Farbe rot bis schwarzrot, orangebraun. Der Name bedeutet auf griechisch feurig. Pyrop entsteht und hohem Druck in großer Tiefe,vorwiegend in Eklogit und Peridotit. Vorkommen in den Alpen, Australien, Birma, China, Indien, Madagaskar, Rußland, Sri Lanka, Südafrika, Tansania und den USA. Der Pyrop war der Modestein des 18. und 19. Jahrhunderts, speziell der Böhmische Granat.

Rhodolith: (Mg,Fe)3Al2(SiO4)3+Ti Farbe rosa bis dunkelrot. Diese Varität des Pyrop kommt hauptsächlich in Argentinien, Indien und Sri Lanka vor.

Spessartin: Mn3Al2(SiO4)3+As,Cd,Co,Ga,Ge,Fe,Mo,Sc,Sn,V,Y,Zn Farbe orange bis rotbraun. Der Name stammt von seinem Fundort im Spessart/BRD. Die beste Qualität kommt aus Namibia und ist unter dem Synonym Mandarin-Granat bekannt. Weitere Vorkommen in Birma, Brasilien, China, Indien, Kenia, Madagaskar, Sri Lanka, Tansania und den USA.

Uwarowit: Ca3Ca2(SiO4)3+Fe,K,Mg,Mn,Na,Ni,Ti Farbe dunkel- bis smaragdgrün. Der selten in Edelstein-Qualität vorkommende Stein wurde nach dem russischen Staatsmann Uwarow benannt. Uwarowit findet sich meist metamorphen Chromit-Lagerstätten. Vorkommen in Finnland, Indien, Kanada, Polen, Kanada, Rußland und den USA.

Weitere, weniger bedeutende Vertreter der Granategruppe: Calderit, Goldmanit, Henritermierit, Hibschit, Katoit, Kimzeyit, Knorringit, Majorit, Morimotoit und Schorlomit.

Verwendung


Almandin wurde früher als Schleif- und Poliermittel verwendet, wurde mittlerweile jedoch durch Korund verdrängt. Granat wurde als Schmuck des kleinen Mannes bezeichnet, seltene und kostbare Varietäten wie Demantoid, Mandarin-Granat und Tsavorit widerlegen dies inzwischen.
Sternzeichen


Widder, Steinbock, Löwe, Jungfrau, Wassermann

Fälschung und Imitationen


Gelegentlich durch farbiges Glas. Demantoid wird durch YAG (synth.Yttrium-Aluminium-Oxid) oder Linobat (synth.Lithium-Niobat) nachgeahmt.
Literatur


Weblinks