Jade / Jadeit / Nephrit

Jade Jadeit Nephrit
Chemismus (Jadeit) NaAl(Si2O6)
Chemismus (Nephrit) Ca2(Mg, Fe)5((OH,F)Si4O11)2
Mineralklasse
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse
Farbe alle
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6,5-7
Dichte (g/cm³) 3,34
Glanz Glasglanz
Transparenz durchscheinend, undurchsichtig
Bruch splittrig, spröde
Spaltbarkeit gut
Habitus
häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
1,660
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
0,02
Pleochroismus
fehlt
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
keine
weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
chemisches Verhalten
ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
besondere Kennzeichen Farbflecken, unter UV manchmal weißlich
Bilder


Geschichte


Der Name Jade geht auf die Zeit der spanischen Eroberung Mittel- und Südamerikas zurück und bedeutet >piedra de ijada<, d.h. Lendenstein, weil man ihn als Schutz- und Heilmittel gegen Nierenleiden betrachtete. Das entsprechende chinesische Wort >yü< hat im allgemeinen Sprachgebrauch keinen Eingang gefunden. 1863 konnte der Franzose Damour nachweisen, das unter jenem zähen Stein, den man schon seit 7000 Jahren kannte, zwei verschiedene Mineralien zu verstehen sind, nämlich Jadeit und Nephrit. Die Unterscheidung von Jadeit und Nephrit ist im allgemeinen schwierig, was auch ein Grund dafür sein mag, das Wort Jade als eine Art Oberbegriff weiter zu führen. In prähistorischer Zeit war Jade wegen seiner außerordentlich großen Zähigkeit begehrter Grundstoff für Waffen und Geräte. Daher wird Nephrit in alten Schriften auch als Beilstein bezeichnet. Vor über 2000 Jahren wurde Jade in China in den Götterkult einbezogen und zu mystischen Figuren und anderen Symbolen verarbeitet. Im präkolumbianischen Mittelamerika war Jade geschätzter als Gold. Durch die spanische Eroberung wurde die hohe Kunst des Jadeschneidens in Amerika schlagartig beendet. In China dagegen ist diese Kunstpflege niemals unterbrochen worden. Früher wurde nur Nephrit in China verarbeitet; seit etwa 1750 wird auch Jadeit von Burma verwendet.

Jade ist ein Begriff, der zwei Minerale, die in bestimmter Form vorliegen, vereint – es ist also kein Mineralname. Die Merkmale sind Mineralgehalt und Struktur. Um den Namen Jade tragen zu dürfen, müssen beide als Aggregate vorliegen, das heißt in Form kleinster verzahnter Körner oder verfilzter Fasern. Jadeit bildet nur sehr selten regelrechte Kristalle, daher ist es bei Jadeit kein Problem. Bei Nephrit ist es jedoch etwas anders. Schon von jeher wird versucht, neue Mineralien unter dem Begriff Jade unterzubringen. Dies ist am besten mit dem Mineral Serpentin („China-Jade“, „Neue Jade“) gelungen. Serpentin sieht nicht nur aus wie Jade, es kommt sogar in den gleichen Lagerstätten vor wie Jadeit und Nephrit. Das Material ist etwas weicher und hat eine viel geringere Zähigkeit als Jade. Da Serpentin viel leichter zu bearbeiten ist, ist es in den letzten Jahren zum bevorzugten Jadeersatz geworden.Die Verwendung von Edelserpentin in China kann über einen Zeitraum von 8.000 Jahren nachgewiesen werden. Die Bezeichnung „neue Jade“ ist damit ein Kunstgriff und nicht der Neuentdeckung des Edelserpentin geschuldet. Dieser Kunstgriff scheint allerdings ursprünglich aus einem Übersetzungsfehler zu resultieren: Bei dem was heutzutage als „neue Jade“ bezeichnet wird, handelt es sich um eine Art des Edelserpentin, welcher in Xiu Yan in Nord Ost China abgebaut wird. Darum wird dieses Mineral in China als „Xiu-Yu“ bezeichnet (nach der Stadt Xiu-Yan). In manchen Katalogen und Mineralienlisten wird die „neue Jade“ als „Xin-Yu“ bezeichnet. „Xin“ ist das chinesische Wort für „neu“. Da wurde wohl irgendwie aus dem „u“ in „Xiu“ ein „n“, so dass aus „Xiu-Yu“ irgendwo und irgendwann „Xin-Yu“ wurde, was dann wiederum als „neue Jade“ sozusagen korrekt übersetzt wurde. Vielleicht lag es auch daran, dass man „Xiu“ nicht übersetzen konnte, weil es sich ja um den Teil eines Stadtnamens handelt.Die europäische Definition des Begriffs „Jade“ weicht von der Chinesischen dahingehend ab, dass der Edelserpentin in China seit über 8000 Jahren als Stein der Götter geehrt und geschätzt wird, und dass dieses in China „Yu“ genannte Mineral von den Chinesen als die ursprüngliche und echte Jade betrachtet wird, seitdem in China der ausländische Begriff „Jade“ bekannt ist. Dagegen definierte man in internationalen Kommissionen den Begriff „Jade“ dahingehend, dass der Edel-Serpentin aus der Gruppe der Mineralien ausgeschlossen wurde, die in der westlichen Welt „Jade“ genannt werden dürfen. Mit „Jade“ wird daher in der westlichen Welt eine Gruppe von Mineralien bezeichnet, die von der chinesischen Definition abweicht. In China werden allerdings auch diese in der westlichen Welt als Jade geltende Mineralien, der Jadeit und der Nephrit, als eine Art von Jade bezeichnet, und zwar mit dem Wort „Fei-Tsui“. Auf den gezeigten Fotos sind wahrscheinlich sowohl Nephrit, Jadeit und Edelserpentin aus Xiu-Yan zu sehen, was dem Durcheinander um den Begriff „Jade“ genauestens entspricht.

Bildung und Fundorte


Kristallsystem, Erscheinungsbild, Farbe
Jadeit ist monoklin, bildet jedoch keine mit bloßem Auge sichtbaren Kristalle, sondern dichte, feinfaserig verfilzte Aggregate. Diese Beschaffenheit macht ihn extrem zäh und schwer zu schleifen. Jadeit ist grün (Imperial-Jade), weiß, gelb, braun, rötlich oder violett (Lavendel-Jade) und zeigt Glas- bis Fettglanz.
Wichtige Jadeit Vorkommen finden sich in Burma, China und Rußland.

Verwendung


Jadeit ist ein Edel-, Deko-, Schmuck- und Heilstein mit uralter Tradition.

Anwendung: Jadeit wird zur Entfaltung geistiger Eigenschaften auf die Stirn und für körperliche Wirkungen auf die Nieren aufgelegt. Er kann intensive Erstreaktionen hervorrufen, die in der Regel jedoch nicht länger als drei Tage andauern.

Fälschung und Imitationen


Jadeit kann mit sehr vielen grünen Mineralien verwechselt werden, u.a. mit Aktinolith (Smaragdit), Chloromelanit, Grossular, Nephrit, Prehnit, Serpentin, Vesuvianit. Sichere Bestimmungen können hier nur durch mineralogisch-gemmologische Untersuchungen erzielt werden.
Fälschungen sind bei Jadeit sehr häufig: grüngefärbt wird Imperial-Jade, violettgefärbt (mit Johannisbeersaft!) Lavendel-Jade vorgetäuscht. Bei geschliffenen Steinen wird farbloses Material mit grünem Hintergrund versehen. Auch Imitationen aus anderen Mineralien, u.a. Serpentin, Glas oder Tripletten, sind gängig. Hier hilft letztendlich nur die mineralogisch-gemmologische Untersuchung.

Literatur


Weblinks