Obsidian

Obsidian
Chemismus SiO2 + H2O + Fe2O3 +Al,C,Ca,Fe,K,Mg,Na   alle Obsidian-Varietäten umfassend
Mineralklasse Oxide
Kristallsystem
Kristallklasse
Farbe rötlich über grünlich bis schwarz
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5-5,5
Dichte (g/cm³) 2,3-2,6
Glanz roh matt, an Bruchstellen Glasglanz
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch scharfkantig, großmuschlig
Spaltbarkeit keine
Habitus
häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
1,45-1,55
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
keine
Pleochroismus
fehlt
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
nicht auswertbar
weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
chemisches Verhalten
ähnliche Minerale
Radioaktivität
Magnetismus
besondere Kennzeichen
Bilder


Geschichte


Obsidian leitet sich von dem Römer Obsius ab, der den ersten Obsidian von Äthiopien nach Rom gebracht haben soll. Doch schon den Griechen war dieser Stein als „liparaios“ geläufig nach seinem Fundort auf den Liparischen Inseln.
Bildung und Fundorte


Obsidian entsteht bei rascher Abkühlung von kieselsäurereicher Lava . Durch die schnelle Abkühlung kann es nicht zur Bildung kristalliner Strukturen kommen, das heißt, der Obsidian hat ein chaotisches, amorphes Gefüge. Gelegentlich können kleine Mengen Kristalle in die glasige Grundmasse eingelagert sein. Obsidian wird auch als Vulkanglas oder vulkanisches Gesteinsglas bezeichnet , denn er ist wie Glas eine Art erstarrter Schmelze. Unterschiedliche Mineralstoffe verleihen dem Obsidian je nach Entstehungsbedingungen und Fundort unterschiedliches Aussehen:

Gold- oder Silberobsidian: Einfallendes Licht wird durch fein verteilte Gasbläschen so reflektiert, daß auf der Oberfläche ein seidenglänzender Gold- bzw.Silberschimmer entsteht.

Mahagoni-Obsidian: Bei dieser Varietät bilden sich durch Abscheidung von Eisenoxid rotbraune Flecken in der ansonsten glasig schwarzen Obsidianmasse.

Rauchobsidian: Er bildet sich aus sehr saurer Lava mit relativ geringer Verunreinigung durch Fremdstoffe. Er ist grau-schwarz und durchscheinend bis transparent. Gut sichtbar ist die Fließstruktur , welche daherrührt, daß sich die Lava unter der erstarrten Oberfläche noch fortbewegt hat. Ein geläufiger Handelsname für der Rauchobsidian ist Apachenträne. Laut überliefertem Volksglauben ist an der Fundstelle der durch Erosion gerundeten Klumpen (Apachentränen) ein Indianer verstorben.

Regenbogen-Obsidian: Entstanden aus stark wasserhaltiger Lava sind feinste Wasserbläschen im Obsidian verteilt, kommt es zur Streuung und Auftrennung des Lichts in seine Spektralfarben. So erscheinen auf der Oberfläche gekonnt geschliffener und polierter Regenbogen-Obsidiane bunt gebänderte Interferenzfarben.

Schneeflocken-Obsidian: Er enthält radial gewachsene, graue Feldspat-Aggregate, sogenannte Sphärolithe. Diese bildeten sich aus einem Kristallisationskeim in der umgebenden Schmelze, bis die Abkühlung diesen Prozess stoppte.

Schwarzer Obsidian: Dieser homogene Obsidian ist reich an Fremdstoffen und meist schwarz gefärbt. Er zeigt meist deutliche Fließstrukturen (siehe Rauchobsidian), Schichtenbildung und Grauschattierungen.

Fundorte: Indonesien, Island, Italien (Liparische Inseln), Mexiko, Türkei, USA

Verwendung


Als Material für Werkzeuge waren Obsidiane schon in der Steinzeit wegen ihres scharfkantigen Bruchs geschätzt. Als „schwarzes Gold der Steinzeit“ waren viele seiner mediterranen Lagerstätten bekannt. Geschliffene Obsidiane fanden in Rom als Spiegel Verwendung. Die amerikanische Urbevölkerung fertigte daraus Amulette und Skulpturen. Heutzutage werden Obsidiane aller Varietäten zur Schmuckherstellung verwendet.
Sternzeichen


Keinem bestimmten Sternzeichen zugeordnet.

Fälschung und Imitationen


Aufgrund ausreichender Vorkommem wird Obsidian eher selten imitiert oder gefälscht.
Literatur


Weblinks