Saphir

Saphir
Chemismus Al2O3 Aluminiumoxid
Mineralklasse Oxide Al2O3+ Cr,Fe,Ti,V.
Kristallsystem (trigonal) doppelseitig zugespitzt, sechsseitige Pyramiden, taflig, Rhomboeder-Form
Kristallklasse
Farbe blau in verschiedenen Tönungen, farblos, gelb, grün, orange, schwarz, violett
Strichfarbe weiß
Mohshärte 9
Dichte (g/cm³) 3,95 – 4,03
Glanz matt bis Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch kleinmuschlig, splittrig, uneben
Spaltbarkeit keine
Habitus Tönnchenform
häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung möglich
Kristalloptik
Brechzahl
1,762-1,778
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
-0,008
Pleochroismus
blauer Saphir deutlich: tiefblau, grünlichblau
gelber Saphir schwach: gelb, hellgelb
grüner Saphir schwach: grüngelb, gelb
violetter Saphir deutlich: violett, hellrot
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
0,018 (0,011)
weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
chemisches Verhalten
ähnliche Minerale Benitoit, Cordierit, Cyanit, Indigolith, Spinell, Tansanit, Topas, Zirkon
Radioaktivität
Magnetismus
besondere Kennzeichen Durch eingeschlossene Rutilnadeln Katzenaugeneffekt ( Chatoyance ) oder Asterismus ( Stern-Saphir ).
Bilder


Saphirabbau videoclip

Geschichte


Die Vielfältigkeit des Saphirs zeigen schon die verschiedenen Ableitungen seines Namens. Sowohl das griech. blau als auch das babylonische sipru = ritzend sind nachvollziehbar. Allerdings verstand man unter Saphir von der Antike bis in das frühe Mittelalter meistens den heutigen Lapislazuli. Als um 1800 erkannt wurde, dass Rubin und Saphir die Edelstein–Qualitäten des Korund darstellen, wurde nur die blaue Varietät als Saphir bezeichnet. Andersfarbige Korunde (außer rot) wurden mit teilweise irreführenden Namen bedacht. Heutzutage versteht man unter Saphir alle nicht roten Korunde. Alle verschiedenen Farben des Saphirs haben eine qualifizierende Bezeichnung, z.B. grüner Saphir, gelber Saphir (farbgebende Substanz = dreiwertiges Eisen), violetter S.(farbgebende Substanz = Vanadium), rosa S. (farbgebende Substanz = Chrom), oranger S. (farbgebende Substanz = Chrom, Eisen und Vanadium. Der Name Saphir bezeichnet nur die blauen Varietäten (farbgebende Substanz = Eisen und Titan), farbloser S. wird auch Leukosaphir (griech.=weiß), orangegelber bis rötlicher Saphir Padparadscha (singhales.=Lotusblüte) genannt.

Bildung und Fundorte


Entsteht primär in liquidmagmatischer Bildung als Gemengteil aluminiumreicher Magmatite wie Granit und Syenit und deren Pegmatiten.(z.B.Madagaskar) Tertiär entsteht Saphir als Produkt der Kontakt- bzw.Regionalmetamorphose in Gneisen, kristallinen Schiefern, Marmor und Dolomitmarmor. Die bedeutendsten Vorkommen befinden sich in Australien, Birma, China, Indien, Sri Lanka und Thailand. Wegen seiner hohen Dichte ist der Saphir sehr verwitterungsbeständig und wird deshalb oft in Flußablagerungen, sog.Seifen, gefunden. Der Abbau ist relativ einfach, die Trennung aus den Verwitterungslagerstätten erfolgt durch Auswaschen, die letzte Auswahl dann von Hand. Von den Korunden ist der Saphir viel weiter verbreitet als der Rubin, weil die farbgebenden Substanzen häufiger vorhanden sind als die des Rubins.

Verwendung


Edelstein-Qualitäten werden meist facettiert oder zu Cabochons verarbeitet. Gemeine Saphire finden als Schleif- und Poliermittel Verwendung.

Fälschung und Imitationen


Verwechslungsmöglichkeiten : Benitoit, Cordierit, Cyanit, Indigolith, Spinell, Tansanit, Topas, Zirkon. Saphir wird häufig erhitzt oder bestrahlt um die Farbe zu intensivieren, auch einfach nur gefärbt, Doubletten werden aus grünlichem Saphir und blauem synthetischen S. gefertigt. Sternsaphire werden auf viele Arten imitiert, z.B. wird Stern-Rosenquarz blau unterlegt, auf der glatten Unterseite von synth. Cabochons oder Glas werden Sterne eingeritzt usw.
Literatur


Weblinks