Zirkon

Zirkon
Chemismus ZrSiO4
Mineralklasse Silikate, Germanate – Inselsilikate (Nesosilikate)
VIII/A.09-10 (nach Strunz)
51.5.2.1 (nach Dana)
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse
Farbe farblos, blau, braun, gelb, grün, orange, rot, violett, schwarz
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6,6 – 7,5
Dichte (g/cm³) 3,9 bis 4,8
Glanz Diamant- oder Fettglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch spröde bis muschlig
Spaltbarkeit unvollkommen
Habitus häufig prismatisch, sehr unterschiedlich
häufige Kristallflächen Kombination von [100] und/oder [110] (Prisma) mit [101] (Pyramidenspitzen), auch flächenreichere Kristalle
Zwillingsbildung nach {131}
Kristalloptik
Brechzahl
ω=(1,848-1,911) – 1,926 ; ε=(1,855-1,943) – 1,985
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
δ=(0,007-0,032) – 0,059 ; einachsig positiv
Pleochroismus
sehr schwach bis deutlich
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ 10°
weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt 3000 °C
chemisches Verhalten in heißer, konzentrierter Fluorwasserstoffsäure schwach löslich
ähnliche Minerale Aquamarin, Chrysoberyll, Granat (Hessonit), Kassiterit, Saphir, Sinhalit, Sphen, Topas, Turmalin, Vesuvian, Demantoid und Diamant
Radioaktivität eine der Hauptquellen der natürlichen Radioaktivität
Magnetismus nicht magnetisch
besondere Kennzeichen in Biotit pleochroitische Höfe
Bilder


Geschichte


Zirkon ist, wenn auch unter verschiedenen Namen, seit der Antike bekannt. Der Name stammt entweder vom arabischen zarqun = Zinnober, oder vom persischen zargun = goldfarben ab. Verändert finden sich diese Worte in Jargon wieder, damit bezeichnet man helle Zirkone. Gelber bis brauner Zirkon wird als Hyazinth (Jacinth) bezeichnet. Der Name Zirkon wurde 1789 von M.H.Klaproth eingeführt, war aber schon zuvor bei Juwelieren in Gebrauch.

Synonyme:

  • Azorit
  • Beccarit (olivgrün)
  • Calyptolith
  • Ceylon-Diamant (farblos)
  • Cyrtolith
  • Diochrom
  • Engelhardit
  • Heldburgit
  • Hussakit
  • Kalyptolith
  • Malacom (blau)
  • Matura-Diamant (farblos)
  • Maturn (farblos)
  • Melichrysos (gelb)
  • Ostrandit
  • Polykrasilith
  • Siam Aquamarin (blau)
  • Siam Zirkon (blau bis farblos)
  • Sparklit (farblos)
  • Starlit (blau gebrannt)
  • unreifer Diamant (grau bis farblos)
  • unreifer Rubin (rot)
  • Vermeille (braun)
Bildung und Fundorte


Zirkon ist ein Mineral aus der Mineralklasse der Silikate und der Gruppe der Inselsilikate. Die natürliche Farbe von Zirkon variiert von farblos, goldgelb, rot bis braun, kann aber auch grün, blau oder schwarz sein. Er entsteht primär durch liquidmagmatische Bildung im Granit, Syeniten und deren Pegmatiten. Zirkon findet sich auch in vulkanischen Auswürfen. Die Bildung ist aber nicht vulkanischer Art, sondern die Zirkone sind schon zuvor in der Tiefe kristallisiert. Ähnliches Verhalten gilt auch für Vorkommen in kristallinen Schiefern und klastischen Sedimenten, ibesonders Edelsteinseifen, in denen er sich aufgrund seiner Verwitterungsresistenz anreichert.

Vorkommen meist abgerollt auf Seifenlagerstätten: Birma, Kambodscha, Sri Lanka, Thailand, Australien, Brasilien, Korea, Madagaskar, Mozambique, Nigeria, Tansania, Rußland und USA

Verwendung


Zirkon ist als Edel- und Schmuckstein sowie als Heilstein schon seit der Antike bekannt. Um sicher zu gehen, dass es sich um keine Fälschungen handelt, empfiehlt es sich die braunen Zirkonkristalle zu verwenden. Zu beachten ist, dass Zirkone messbare radioaktive Strahlen abgeben.

Seit ca. 10 Jahren wird Zirkon auch als Kronen und Brückenmaterial in der Zahntechnik verwendet.

Selbst in Kernreaktoren findet Zirkon Verwendung .

Sternzeichen


Krebs, Löwe, Schütze, Steinbock, Wassermann

Fälschung und Imitationen


Zirkon wird oft gebrannt. Durch Radioaktivität ist das Kristallgitter des Zirkons zerstört und wirkt undurchsichtig braun, kann durch das Brennverfahren mit verschiedenen Temperaturen aber wiederhergestellt werden. Bei Temperaturen zwischen 800°C und 1000°C entstehen farblose und blaue Varietäten. Die so hergestellten Farben sind allerdings nicht immer beständig. Die ultravioletten Strahlen und das Sonnenlicht können die Farben des Zirkons zerstören. Nahezu alle im Handel erhältlichen Zirkone sind gebrannt. Der Nachweis eines nicht gebrannten Zirkons ist sehr schwer und fast nur gemmologisch möglich. Farblos gebrannter Zirkon wird oft als Diamantersatz verwendet.
Literatur


Weblinks